Die Krisenkolumne #3

Das Jahr 2008 – Suchbegriffe und Keywords, die mich jucken

Auch wenn die Krise erst im zweiten Halbjahr 2008 offensichtlich geworden ist, geprägt hat es die Welt allemal. Auch die Webwelt. Zu sehen ist das auch in den Auswertungen der häufigsten Suchbegriffe auf diversen Plattformen.

Die interessantesten anbei:

Bei den meistgesuchten Skandalen rangiert in Österreich bawag” auf Platz 1 (Quelle: Google)  

das verwundert mich etwas, aber angesichts der Tatsache, dass Meinl Bank und andere Kredithäuser, die viel Geld verloren haben, wohl nicht in dieser Anzahl Kunden hatten. Auch wenn bei der BAWAG verhältnismäßig weniger Geld in den Sand gesetzt wurde. Aber die Masse machts.

Fazit für Online PR Experten: Marken, die sehr verbreitet sind, betrifft eine Krise wesentlich stärker, als eine Marke in einem höheren Segment …

Zum Vergleich – in UK war die meistgesuchte Bank “icesave”, also die isländische Bank, bei der scheinbar viele Briten Geld geparkt hatten. “money saving expert” hat es übrigens gleich auf Rang 6 geschafft, sollte also gute Jobaussichten geben dort.

Top TIPP: Die am öftesten abgesetzten Suchbegriffe mit Tippfehler in DE (Quelle Yahoo): 

  1. Tschibo

  2. Ebey

  3. Medallienspiegel

  4. Goggel

  5. Rutenplaner

Fazit für SEO Experten:
Auch Begriffe, die oftmals falsch in Suchmaschinen getippt werden, könnten von Fall zu Fall in die Optimierung eingebaut werden, vor allem wenn es sich um kommerzielle Anwendungen handelt, lässt sich so ein nicht unbeträchtlicher Teil von Anfragen absahnen… In Zeiten der Wirtschaftskrise ist jeder “Zent” für’s Überleben wichtig.  

MSN LiveSearch: Die Top Lifestyle Begriffe 08:  

  1. Horoskop

  2. Frisuren

  3. Geburtstag

  4. Rezepte

  5. Hochzeit

Fazit für Online Marketing Experten: 

  • Gerne schauen die Leute in die Zukunft, wer Beratung liefert (Trendforschung, Horoskope, etc..) dem sind selbst in Krisenzeiten gute Aussichten gewiss.
  • Nicht nur Budgets, auch Haare werden geschnitten zu jeder Krisenjahreszeit.
  • Selbes gilt auch für 3.
  • Kochen zu Hause ist wieder in, vielleicht in Kombination mit einem privaten Frisurenabend?
  • Wer jetzt heiratet, der hat vielleicht im Sinn, seine Aktienkursverluste dadurch wieder wettzumachen oder ist ein(e) unbändiger Romantiker(in) … In beide Fällen sei Vorsicht geboten.

Roy Jenzen – what you should know

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Reputation Spam via E-Mail

Ich bin kein Hotel – und mein Image ist soweit ok!

Ein E-Mail in meiner Inbox im Dezember 2008 habe ich beinahe anstandslos gelöscht (SpamMark), doch dann habe ich es mir doch für einen Blogbeitrag aufgehoben. Der Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Suche nach Ihrem Restaurant/Hotel (www.test.at) haben wir eine negative Bewertung gefunden. Negative Bewertungen bei Google kosten Sie viel Umsatz. Potenzielle Restaurant/Hotelgäste googeln nach Ihrem Restaurant/Hotel bevor sie buchen. Wenn Sie dann negative Bewertungen oder Testberichte finden, werden Sie von einer Buchung zurückschrecken. Das kostet Sie Umsatz!

Wir helfen Ihnen und beraten Sie kostenlos und unverbindlich.
Bitte klicken Sie bei Interesse hier…. (Link entfernt)

Ihr Restaurant/Hotel PR für Suchmaschinen Team

Wahrscheinlich haben Sie ein ähnliches Mail auch schon oft in IHrer Mailbox. Hier spielt also jemand mit dem Gedanken, dass vergegaukelte negative Bewertungen für Produkte oder Dienstleistungen im Web ihre Wirkung entfalten. Denn die Reputation und das Image ist ja angeblich beschädigt, ein entsprechender Empfänger könnte darauf mit Bestürzung reagieren und den bereitgestellten LINK anklicken würde.  Spam der billigen Sorte, aus der psychologischen Trickkiste eines Spamredakteurs.

Tatsächlich finden natürlich auch für Hotels negative/positive Bewertungen auf zahlreichen Plattformen statt. Siehe etwa http://tinyurl.com/8rlqzk

Die Frage, wie und ob User Produkte und Dienstleistungen bewerten, spielt generell natürlich eine große Rolle. Ein entsprechendes Monitoring im Web macht, wie auch der Absender des E-Mails behauptet, durchaus Sinn.

Relevante Themen dazu:

  • Markenbeobachtung:
    Wo und wie häufig wird eine Marke im Internet von den Nutzern genannt und in welchem Zusammenhang passiert dies?
  • Konkurrenzbeobachtung:
    Wie sind Mitbewerber im Internet Ihnen gegenüber positioniert?
  • Issues & Risk Monitoring:
    Rechtzeitig unerwünschte öffentliche Äußerungen, oder Ankündigungen aufspüren, die etwa zu Boykott- und Demonstration gegen eine Marke/ein/Ihr Unternehmen aufrufen.

Einfache Tools:

Meister Proper – Google Ajax Suchinterface

Ein Google Gadget oder etwas für den Hausgebrauch?

Ein smartes Interface für Google Abfragen liefert KEYBOARDr. Es nimmt bereits nach einigen Buchstaben Verbindung zur Suchmaschine auf und zeigt Ergebnisse an, während man einen Begriffe eintippt. 

Eine FF Extension oder die Integration in die Searchbars wäre wohl der logische nächste Schritt! In Planung sind auch Friendfeeds, die updates der social networks liefern. Ein Social Media Portal sollte meiner Meinung nach daraus aber nicht werden.

Als verdorbener SEO Experte würde ich an der Stelle natürlich einige SEO-Maßnahmen empfehlen; mit einigen Keyword-Adaptionen könnte man die Seite wohl noch ordentlich pushen…

Jedenfalls trage ich dazu aber gerne mit einem optimierten follow Link bei…

>> use keyboardr more often for your searches

http://www.julius-eckert.com/blog/31/trackback
http://www.tripple.net/contator/trackback.asp?nnr=35415&knr=3175

HAPPY NEW YEAR – SILVESTER, (k)ein Fest für Katz und Maus

SILVESTERÜBEL

Eigentlich wollte ich den Lesern des Blogs an dieser Stelle mit einem Video eines Feuerwerks alles Gute wünschen, allerdings hat sich dieses Vorhaben verändert. Daher ein offener Brief an dieser Stelle an die verantwortlichen politischen Stellen der Stadt Wien, in der ich lebe:

Sehr geehrte Frau Umeltstadträdtin Sima, sehr geehrte Geschäftsgruppe Umwelt und Magistratsabteilung 49, Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien

Wienerberg und Prater als Erholungsgebiet wurden in den letzten Tagen und Wochen absolut in Frage gestellt. Sicher nicht nur für mich, als erholungsliebender Hundebesitzer, der täglich eine Rund dreht, sondern vor allem für die Einwohner der Stadt und der vielfältigen Fauna und Flora, wie es so schön in der Beschreibung zum Naturraum am Wienerberg auf http://www.wien.gv.at/wald/erholung/wienerberg.htm heisst.

“90 Hektar des Erholungsgebietes sind ein geschützter Landschaftsteil. Er beinhaltet eine vielfältige Fauna und Flora. Einige auf den Roten Listen stehende Arten sind zu finden. Dazu zählen der Große Feuerfalter und die Europäische Sumpfschildkröte.”

Ich möchte mich nun selber auf die Rote Liste setzen, genauso wie meine Familie, meine 5 Monate alte Tochter und unseren Mischlingshund, der auch Tage nach Silvester noch verängstigt die Straße betritt, trotzdem wir ihm zu Silvester tierärztliche Beruhigungsmittel verabreicht hatten.

Ich frage mich, wer diesen Naturraum schützt, bzw. welche Kontrollorgane & Kontrollmechnismen zum Schutz von Flora und Fauna (& Mensch) eingerichtet sind, wenn am Silvestertag bzw. schon die Tage zuvor und danach der Wienerberg von Horden krachwütiger Silversterknallereibesessenen heimgesucht wird, ohne amtliches Einschreiten zur Verhinderung dessen. Wenn hier Arten geschützt werden sollen, dann müsste es wohl eine Aufsicht geben, die Silvesterfeuerwerke und Tausende Böllerkracher im Wienerberg bzw. in anderen Erholungsgebieten unmöglich machen. Andernfalls sind diese Gebiete weierhin kaum als Erholungsgebiet zu klassifizieren. Das selbe gilt natürlich sinngemäß für das von der Stadt Wien organisierte und bezahlte Feuerwerk am Riesenradvorplatz. Von dort bis zur Rotundenallee sind es ca. 1,2 km Luftlinie. Sie wissen vielleicht, dass man Raketen im Umkreis von 1,5 km von Flugplätzen nicht abfeuern darf. Warum also genehmigt man dies in kürzerer Distanz zu Naturschutzgebieten mitten in der Stadt?

Ich würde Ihnen ans Herz legen, die Auswirkungen der heurigen Feierlichkeiten vor Ort zu besichtigen. Anbei darf ich auch ein paar Fotos vom Wienerberg übermitteln, (http://sphotos-e.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/652_53398606788_9480_n.jpg) die sicherlich nur die Spitze des Mißstandes darstellen können. Der obere Weg von der Zufahrtstraße sieht (sah) vor zwei Tagen aus, als hätte man dort die Wege mit grünen Schweizer Kracherhülsen asphaltieren wollen, ganz zu schweigen von abgebrannten Wiesenflächen, tausenden Plastikresten von Feuerwerksraketen, Bierdosen, Sektflaschen-Scherben, etc…

Natürlich ist mir klar, dass der Wiener, als Steuerzahler für die Beseitigung der Schäden und Unrat aufkommen muss. Das sehe ich ein, wenn es um Straßenflächen geht, Silvesterknallerei gehört nun einmal zum leidigen europäischen Stadtbild. Aber wenn Naturflächen, die es ja ohnehin innerstädtisch spärlich gibt, davon derart in Mitleidenschaft gezogen werden, ohne dass es erkennbare Überwachunsinstanzen gibt, dann bin ich nicht gewillt, diesen Umstand noch einen weiteren Jahreswechsel zu erdulden.

Ich bitte Sie inständigst, dieses Unwesen in Erholungsgebieten im nächsten Jahr zu unterbinden, vielleicht gibt es dazu auch eine Initiative seitens der Wirtschaft und der Exekutive, die illegal gekaufte Feuerwerkskörper (vorwiegend der Klasse C) und deren Einfuhr, sei es privat oder gewerblich, stärker zu kontrollieren. Eine Aufgabe, die sicher nicht einfach ist, aber vielleicht von Seiten Ihrer Behörde die nötige Glaubwürdigkeit erfährt, wenn Sie politisch vorgetragen wird.

Meinen eigenen Beitrag liefere ich damit, dass ich im Bekanntenkreis und in Online-Communities / Medien die Diskussion darüber anregen und die Misstände entsprechend verbreiten werde, um ein Bewußtsein für die Gefahr für Umwelt und Leben durch Feuerwerkskörper in Grüngebieten zu schaffen.

Mit freundlichen Grüßen,

Werenfried Ressl
1040 Wien