HAPPY NEW YEAR – SILVESTER, (k)ein Fest für Katz und Maus

SILVESTERÜBEL

Eigentlich wollte ich den Lesern des Blogs an dieser Stelle mit einem Video eines Feuerwerks alles Gute wünschen, allerdings hat sich dieses Vorhaben verändert. Daher ein offener Brief an dieser Stelle an die verantwortlichen politischen Stellen der Stadt Wien, in der ich lebe:

Sehr geehrte Frau Umeltstadträdtin Sima, sehr geehrte Geschäftsgruppe Umwelt und Magistratsabteilung 49, Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien

Wienerberg und Prater als Erholungsgebiet wurden in den letzten Tagen und Wochen absolut in Frage gestellt. Sicher nicht nur für mich, als erholungsliebender Hundebesitzer, der täglich eine Rund dreht, sondern vor allem für die Einwohner der Stadt und der vielfältigen Fauna und Flora, wie es so schön in der Beschreibung zum Naturraum am Wienerberg auf http://www.wien.gv.at/wald/erholung/wienerberg.htm heisst.

“90 Hektar des Erholungsgebietes sind ein geschützter Landschaftsteil. Er beinhaltet eine vielfältige Fauna und Flora. Einige auf den Roten Listen stehende Arten sind zu finden. Dazu zählen der Große Feuerfalter und die Europäische Sumpfschildkröte.”

Ich möchte mich nun selber auf die Rote Liste setzen, genauso wie meine Familie, meine 5 Monate alte Tochter und unseren Mischlingshund, der auch Tage nach Silvester noch verängstigt die Straße betritt, trotzdem wir ihm zu Silvester tierärztliche Beruhigungsmittel verabreicht hatten.

Ich frage mich, wer diesen Naturraum schützt, bzw. welche Kontrollorgane & Kontrollmechnismen zum Schutz von Flora und Fauna (& Mensch) eingerichtet sind, wenn am Silvestertag bzw. schon die Tage zuvor und danach der Wienerberg von Horden krachwütiger Silversterknallereibesessenen heimgesucht wird, ohne amtliches Einschreiten zur Verhinderung dessen. Wenn hier Arten geschützt werden sollen, dann müsste es wohl eine Aufsicht geben, die Silvesterfeuerwerke und Tausende Böllerkracher im Wienerberg bzw. in anderen Erholungsgebieten unmöglich machen. Andernfalls sind diese Gebiete weierhin kaum als Erholungsgebiet zu klassifizieren. Das selbe gilt natürlich sinngemäß für das von der Stadt Wien organisierte und bezahlte Feuerwerk am Riesenradvorplatz. Von dort bis zur Rotundenallee sind es ca. 1,2 km Luftlinie. Sie wissen vielleicht, dass man Raketen im Umkreis von 1,5 km von Flugplätzen nicht abfeuern darf. Warum also genehmigt man dies in kürzerer Distanz zu Naturschutzgebieten mitten in der Stadt?

Ich würde Ihnen ans Herz legen, die Auswirkungen der heurigen Feierlichkeiten vor Ort zu besichtigen. Anbei darf ich auch ein paar Fotos vom Wienerberg übermitteln, (http://sphotos-e.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/652_53398606788_9480_n.jpg) die sicherlich nur die Spitze des Mißstandes darstellen können. Der obere Weg von der Zufahrtstraße sieht (sah) vor zwei Tagen aus, als hätte man dort die Wege mit grünen Schweizer Kracherhülsen asphaltieren wollen, ganz zu schweigen von abgebrannten Wiesenflächen, tausenden Plastikresten von Feuerwerksraketen, Bierdosen, Sektflaschen-Scherben, etc…

Natürlich ist mir klar, dass der Wiener, als Steuerzahler für die Beseitigung der Schäden und Unrat aufkommen muss. Das sehe ich ein, wenn es um Straßenflächen geht, Silvesterknallerei gehört nun einmal zum leidigen europäischen Stadtbild. Aber wenn Naturflächen, die es ja ohnehin innerstädtisch spärlich gibt, davon derart in Mitleidenschaft gezogen werden, ohne dass es erkennbare Überwachunsinstanzen gibt, dann bin ich nicht gewillt, diesen Umstand noch einen weiteren Jahreswechsel zu erdulden.

Ich bitte Sie inständigst, dieses Unwesen in Erholungsgebieten im nächsten Jahr zu unterbinden, vielleicht gibt es dazu auch eine Initiative seitens der Wirtschaft und der Exekutive, die illegal gekaufte Feuerwerkskörper (vorwiegend der Klasse C) und deren Einfuhr, sei es privat oder gewerblich, stärker zu kontrollieren. Eine Aufgabe, die sicher nicht einfach ist, aber vielleicht von Seiten Ihrer Behörde die nötige Glaubwürdigkeit erfährt, wenn Sie politisch vorgetragen wird.

Meinen eigenen Beitrag liefere ich damit, dass ich im Bekanntenkreis und in Online-Communities / Medien die Diskussion darüber anregen und die Misstände entsprechend verbreiten werde, um ein Bewußtsein für die Gefahr für Umwelt und Leben durch Feuerwerkskörper in Grüngebieten zu schaffen.

Mit freundlichen Grüßen,

Werenfried Ressl
1040 Wien

1 Kommentar »

  1. Dies war ein wirklich toller Post und ich bin glücklich die
    Homepage über Facebook ausfindig gemacht zu haben. Kurzum das ist ein neuer Blog
    und auch ich freue mich weiteres zu finden. Danke vielmals!

    Gruß Aus Dem Sden

    Kommentar von bestes silvester feuerwerk video — 19. September 2012 @ 15:12

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