Mit EINEM Blog den Ruf ruiniert…

Über die Leichtigkeit der Verleumdung “per Blog” im Web

Es passiert jeden Tag. Eine Person will einer anderen Böses und das Internet bietet sich als Plattform dafür besser, als jedes andere Medium auf der Welt. Immerhin verspricht die digitale Welt der Avatare und Nicknames Anonymität nicht nur für User, die illegal Inhalte downloaden wollen, sondern auch für jene, die Gerüchte in die Welt setzen möchten, um jemandem zu schaden, sprich – die Reputation im Internet zu zerstören.

Freilich – die meisten denken, das Netz bietet volle Anonymität und jene, die unvorsichtig verleumden, sind nicht des digital reputation managers Feind. Solche User können relativ schnell eruiert und im Notfall vor Gericht gebracht werden. Doch inzwischen ist vielen bewußt geworden, dass die IP-Adresse, also die physikalische Adresse des Computers im Netzwerk Internet, von welchem aus man sich im Netz bewegt, von Diensteanbietern, Providern, aber auch von Weblogbesitzern eingesehen werden kann.

Für letztere bedeutet dies im Falle einer vorsätzlich geplanten Verleumdungsaktion jedoch kein großes Hindernis. Entweder, man benutzt dafür Proxy Scripts, welche die eigene IP-Adresse verschleiern, oder man benutzt – noch einfacher – Webservices wie http://www.behidden.com/, http://www.obome.de/ oder http://anonymouse.org/. Für letzteres gibt es auch ein praktisches Firefox AddOn: https://addons.mozilla.org/firefox/1415/

Damit wäre also jedem Tür und Tor geöffnet, selbst von zu Hause aus anonym im Netz Schindluder zu treiben, ohne sich dafür in ein anonymes Webcafe begeben zu müssen.

Das typische, leichte Opfer für Verleumdung im Internet

  • besitzt kein eigenes Weblog, welches seinen Namen enthält (z.Bsp. wilfried.mueller.blogspot.com)
  • hat keine Accounts bei typischen social networks angelegt (xing.com, LinkedIn.com, Facebook, etc…)
  • versucht, seinen Namen nicht im Netz unterzubringen – etwa durch Verwendung von Nicknames in Foren
  • Kommuniziert nicht mit Freunden und Geschäftsparntern / Kollegen im Netz, weil es Angst hat, seinen Namen im Zusammenhang mit unerwünschten Themen wiederzufinden.

Doch genau hier liegt die größte Gefahr begraben. Wer seine eigene Identität im Netz (digitale Identität) nicht pflegt, so wie er das auch im Freundeskreis bzw. im Job macht, läuft Gefahr, verleumderischen Übergriffen blank ausgesetzt zu sein.

Suchmaschinen lieben Blogs….,

egal ob aus positiven, oder negativen Motiven erstellt. Hat also jemand die Absicht, ein typisch leichtes Opfer (siehe oben) zu verleumden, hat er leichtes Spiel.

Das beste Service dazu bietet wahrscheinlich Google selbst, das mit seiner Bloggerplattform www.blogger.com Verleumdern ein schlagkräftiges Werkzeug in die Hand gibt, um jemandes Ruf zu ruinieren. Denn Blogs auf Blogger.com werden von Google gut gereiht in den Suchmaschinenergebnissen.

Gibt es also zu einem Namen keine nennenswerten Einträge im Netz, hat ein Blog, welcher den Namen eines Opfers trägt, beste Chancen, auf Platz eins gereiht zu werden, sucht jemand nach der betreffenden Person im Netz (siehe Bild links).

Google – Datenschutz, kein Schutz für Opfer von Rufschädigung

Die Datenschutzbestimmungen von Google behaupten zwar, dass von Personen, die einen Account bei Google erstellen, Name und E-Mail Adresse gespeichert werden. Zitat von Google Datenschutz… “Wenn Sie sich für ein Google Konto oder andere Google-Services oder Werbung anmelden, die eine Registrierung erfordern, bitten wir Sie um personenbezogene Daten, wie Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Kontopasswort.”

Allerdings wird beim Anlegen eines Blogs auf Google (Blogger.com) nur folgendes abgefragt, also kein Name…

Im Gegensatz dazu ist es Google lange Zeit nicht unangenehm, wenn ein user (die heilige Kuh) einen Blog anlegt, der den Namen einer anderen Person trägt und verleumderische Inhalte publiziert. Obwohl die Content Policy auf Blogger anführt, dass betrügerisches Auftreten als eine andere Person mit der Absicht oder der Wirkung, andere zu täuschen oder zu verwirren, nicht gestattet ist…

Opfer, die sich mit einem solchen Sachverhalt an Google wenden, bekommen erstmals ein Standard-Mail als Antwort in dem es heißt:

“Hello,

Thank you for your note. Please note that Blogger is a provider of content creation tools, not a mediator of that content. We allow our users to create blogs, but we don’t make any claims about the content of these pages….”

Rufschädigung im Internet wird also gerade durch Services und userfreundlicher Richtlinien von Google Tür und Tor geöffnet – ja man könnte im Sinne von Google wohl durchaus behaupten, das Portal zur ganz großen Verleumdungswelt.

Wie man sich vor Rufschädigung (damaged reputation) schützt..

… habe ich zum Teil auf Online Reputation Management – einfache Tipps für Ihre Firma dargelegt. Was für Firmen/Marken gilt, ist natürlich auch für Personen implizit anzuraten.

5 Kommentare »

  1. Also die standardisierte Antwort von Google finde ich jetzt schon ziemlich krass. Was im Post schön herauskommt ist, dass man sich selbst um den Aufbau eines entsprechenden online Auftritts kümmern muss. Ansonsten ist man – im Falle des Falles – leichte Beute.

    Kommentar von Ed Wohlfahrt — 27. Juni 2009 @ 15:43

  2. danke für den comment, die policy von Google scheint mir wirklich sehr verwunderlich. Trotz weiterer Initiativen anhand eines konkreten Falles – unbefriedigende Reaktion.

    Es scheint, als wollte Google damit den “politisch unterjochten” Rest der Welt demokratisieren wollen…

    Kommentar von admin — 27. Juni 2009 @ 16:36

  3. schade, der Link “Online Reputation Management – einfache Tipps für Ihre Firma” ergibt eine 404-Error-Seite.

    Wir werden gerade vermutlich von einem abgewiesenen Pressefotografen der uns PR-Kampagnen verkaufen wollte mit rufschädigenden falschen Verleumdungen überzogen – auf blogspot.com Es kann aber doch wohl nicht sein, dass – auch wenn er anonymisiert geschrieben hat – ich diese Unwahrheiten im Netz stehen lassen muss? Ich liebe das Web, aber sowas gehört bestraft – zur Not den Blogbetreiber.

    Kommentar von Jens — 25. Juli 2009 @ 10:44

  4. hi jens,

    also bei mir funkt der link: http://www.oaaol.com/2008/12/online-reputation-management-fuer-firmen/

    in der sache blogspot kann ich bisher auch nur von sehr schlechten erfahrungen berichten. ohne gerichtsbeschluss wird man google zu gar nichts bewegen können, wie es scheint. wenn man aber weiß, wer der urheber der verleumdungen ist, wäre es wahrscheinlich schon mal einfacher, die sache vor gericht zu bringen. ansonsten gelten meine tipps zur vermeidung von rufschädigung trotzdem – hoffe, die seite ist für dich erreichbar.

    Kommentar von werenfried — 27. Juli 2009 @ 09:12

  5. Guten Tag,

    unser Unternehmen bietet an, rufschädigende Einträge günstig und schnell entfernen zu lassen. Die eigene Reputation im Internet ist heutzutage nicht mehr wegzudenken, denn sowohl Kunden, als auch der Personenumkreis recherchiert im Internet. Ein negativer Eintrag kann so unkontrollierte Folgen haben. Der (potentielle) Job ist in Gefahr, die Kunden entscheiden sich lieber für ein Produkt der Konkurrenz, Familienkonflike drohen,…

    Daher haben wir uns darauf spezialisiert, den Online-Ruf von Privatpersonen und Firmen zu verbessern und zu schützen. Erfahrung, Kompetenz und Kommunikation sind dabei Grundlagen unserer Arbeit und unseres Erfolges.

    http://www.web-killer.de

    Mit freundlichen Grüßen
    web-killer.de

    Kommentar von web-killer — 22. November 2009 @ 13:30

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