Google Adwords: BANANABAY – EIS.DE; ein EuGH Urteil mit Folgen?

Verwendung markenrechtlich geschützter Keywords für Google Adwords

Darf man, oder darf man nicht? Das war bisher oftmals die Frage.

Google Adwords - Anzeigen

Google Adwords - Anzeigen

Die Anzeigen, welche auf Suchmaschinenergebnisseiten bei Google angezeigt werden, generiert Google’s Anzeigenprogramm Adwords (adwords.google.com) über einen komplizierten Algorithmus, errechnet aus der jeweiligen Suchanfrage des Nutzers und den hinterlegten Daten für die Anzeigen von Werbekunden. Ein Kriterium für das Auslösen einer Werbeanzeige auf Google sind die vom Werbenden definierten “Keywords”. Diese haben mit dem Anzeigentext nicht unbedingt etwas zu tun und können frei gewählt werden. Zumindest in den meisten Ländern (Frankreich hat Google bereits früher Beschränkungen auferlegt). Nach einigen EuGH-Urteilen (das letzte vom 26. März 2010) herrscht nunmehr etwas mehr Klarheit, wobei die Urteile z.T. noch nicht rechtskräftig sind.

EuGH-Urteil im Fall “bananabay vs. Eis.de”

Im letzten Fall “bananabay vs. Eis.de” gab es kurz formuliert folgenden Entscheid des Gerichts:

“Der Inhaber einer Marke darf es einem Werbenden verbieten, auf ein mit dieser Marke identisches Schlüsselwort, das von diesem Werbenden ohne seine Zustimmung im Rahmen eines Internetreferenzierungsdienstes ausgewählt wurde, für Waren oder Dienstleistungen, die mit den von der Marke erfassten identisch sind, zu werben, wenn aus dieser Werbung für einen Durchschnittsinternetnutzer nicht oder nur schwer zu erkennen ist, ob die in der Anzeige beworbenen Waren oder Dienstleistungen von dem Inhaber der Marke oder einem mit ihm wirtschaftlich verbundenen Unternehmen oder doch von einem Dritten stammen.”

Die entsprechende Rechtsgrundlage bietet Art. 5 Abs. 1 Buchst. a der Ersten Richtlinie 89/104/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über Marken.

Google Adwords – Beispiele & Annäherungen

Ein Beispiel sollen verdeutlichen, was wahrscheinlich zu Unterlassungsklagen führen würde, mit entsprechenden Gerichtskosten, bzw. was wahrscheinlich “erlaubt” ist. Die beiden folgenden imaginären Anzeigen sollen dies verdeutlichen…

Red Bull als Keyword für Google Adword Anzeigen

Im ersten Fall wäre es, lt. Rechtssprechung, für Durchschnittsnutzer nicht, oder nur schwer erkennbar, dass die angebotene Ware die mit der vom Markeninhaber erfassten, identisch sind. Die Verwendung des Keywords “Red Bull” würde also sicher der Richtlinie widersprechen.

Im zweiten Fall wird ein Produkt beworben, welches vom Markeninhaber “Red  Bull” wahrscheinlich nicht geschützt ist. Die Bewerbung eines Produktes, welches für Nutzer im Zusammenhang mit der Marke sinnvoll und nützlich erscheint, könnte wohl unter Verwendung des geschützten Begriffes rechtlich einwandfrei sein.

Social Media-Leitfaden für Unternehmen und Mitarbeiter

Social Media-Leitfaden für Unternehmen und Mitarbeiter

mein chef ist ein idiot (Quelle: Facebook)

der Chef: ein Vollidiot? Quelle: Facebook

Ja, das brauchen Unternehmen eigentlich dringend! Nicht weil ich mich damit als Berater in der Sache empfehlen will, sondern weil das Thema viel zu wichtig scheint, als dass man es negiert. Wie es scheint – und die Nutzungszahlen von Facebook und Co. legen das ja nahe – nimmt die Nutzung von Social Media auch am Arbeitsplatz stark zu. Ein Problem für Arbeitgeber? Kann sein. Sollte aber nicht sein.

“Nein, ich habe nur mit einem Kollegen gechatted…!”

Nein, Natürlich ist der übermäßige Gebrauch von Online-Medien für Privates am Arbeitsplatz nicht rechtfertigbar. Immer mehr Unternehmen setzen entweder Trackingtools ein, um ihre Mitarbeiter zu kontrollieren, oder blockieren bestimmte IP-Ranges (für Social Media Websites) für den Besuch. Die Rechtslage ist nicht 100% klar, warum aber sollte der Besuch bestimmter Websites erlaubt werden und Facebook nicht? Wie wäre das vor Gericht zu argumentieren? Auch Gewerkschaften und Betriebsräte sind also gefordert…

Social Media – Nutzen und Wissen für Unternehmen generieren?


Ihr Unternehmen in Social Media...

Ihr Unternehmen in Social Media...

Eigentlich geht es aber um eine völlig andere Dimension. Betrachtet man nämlich Mitarbeiter und ihr Social Media Engagement als Teil der Unternehmenskommunikation, ergeben sich ganz neue Ansätze für das Handling und sogar positive Wirkungseffekte auf ein Unternehmen im Sinne der Gesamtkommunikation.  Dazu braucht es allerdings gewisser Richtlinien sowohl für Arbeitgeber, als auch -nehmer. Denn es gilt herauszufinden, wie sich Unternehmen und Mitarbeiter geschäftlich korrekt bzw. fruchtbar in Social Media bewegen. Beruflich und privat verschwimmt natürlich leicht, daher braucht es Tools und Taktiken, um die Dinge in die richtige Richtung zu lenken, bzw. Produkte, Images, Marken, Geschäftsgeheimnisse, etc. nicht dem digitalen  Datenströmen völlig ungeschützt auszusetzen. Betrachtet man Social Media im nächsten Schritt als Chance für Unternehmen, Trends, Wissen bzw. analysefähige Daten für ein Unternehmen zu generieren, wird die Angst vor zu viel “Social Media” im Unternehmen schnell zur Begeisterung, wie auch dieses Social Media Checkup von Burson-Marsteller belegt.

5 wichtige Fragen im Umgang mit Social Media im Unternehmen

1 – Welche Ziele möchte ich erreichen?

2 – Wie gehen wir mit Geheimnissen bzw. Interna um?

3 – Welche Richtlinien gibt es für die PR (Kommunikations-) Abteilung im Unternehmen,
wenn
unerwünschte Informationen ins Web dringen?

4- Welche Rechte sind betroffen (Medienrecht, Bildrecht, etc…)

5- Wie kann ich mit einem Unternehmen nachhaltig in Social Media auftreten?

In Österreich gibt es leider bisher noch keine nennenswerten Initiativen der Verbände, von denen man sich Richtlinien wünschen würde. Z.Bsp. dem VÖZ, WKO oder auch vom österreichischen Medienverband? Zumindest gibt es schon Initiativen der Gewerkschaft der Privatangestellten und in Deutschland hat sich der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. (Danke dir-info-de) mit einem kostenlosen Leitfaden mit zehn Tipps für den geschäftlichen Umgang im Social Web gemeldet. Diesen möchte ich hiermit empfehlen und sollte ich im Zuge meiner Recherche eine diesbezügliche österreichische Initiative übersehen haben, würde ich es gerne als Kommentar erfahren ;-)

>> LINK: BVDW Leitfaden „Social Media Richtlinien – 10 Tipps für Unternehmen und ihre Mitarbeiter“

Die Zukunft des Desktops in 3D?

Living in a box,

oder wie man sich die nächste Generation (post iPad #1 Generation) vorstellen kann…

Gerade hat der größte Suchmaschinenanbieter eine Firma gekauft, die sich auf die Entwicklung einer intuitiven 3D-Software für Computer-Desktops spezialisiert hat. Warum? Nun – manche munkeln, Google könnte an der Konkurrenz für Apples iPad arbeiten und dazu benötigt man eben auch eine intelligente, smarte Software im “Apple-Style”, jedochmit noch mehr Vernetzungsmöglichkeiten à la Google und weniger proprietären Systemelementen.

Multi Touch Tablet Interface

Was ein Tablet-PC mit einer derartigen Oberfläche für Sie tun könnte, ist vielleicht am besten so erklärt: Es lassen sich damit Files und Folders wie Kartenstapel organisieren und mit der schon vom iPhone bekannten “Fingernavigation” bedienen. Das ganze in 3D, das heißt, man kann Dateien einfach an die Wand hängen, in der virtuellen 3D Box, die man früher dann wohl Desktop nannte. Die Firma, die sich bisher mit “Multi-touch Tablet Interfaces” beschäftigt hat, heißt (hieß)  BumpTop.

Wie sich so ein 3D Desktop anfühlen könnte, ist im folgenden Video gut erklärt.

Wie im Video zu sehen, lassen sich Bilder etwa direkt ohne Benutzung von Maus oder Trackpads bearbeiten und das, so scheint es, ohne dass eine Anwendung dafür geöffent werden müsste. Zieht man etwa ein Bild auf einen Facebook Link zum eigenen Profil, lässt sich dieses per Klick veröffentlichen, ohne auch nur ansatzweise den Browser separat zu starten. Jede Bedienung wird beinahe zur One Click Destination. Funktionen werden in logische Elemente zerlegt, der Ablauf schneller. Und schon gibt es Mock ups von interaktiven Desktops im Vier-Fingersystem, an deren Realisierung wohl Apple und Google gleichermaßen arbeiten.

Soweit, so gut. Noch gibt es die 3D Box noch nicht.  Meine neidig verrenkten Augen (als Nicht Apple User) werden sich aber hoffentlich bald entspannen können. Wenn ich nämlich nicht mehr verstohlene Blicke Richtung iPhone User werfen muss, welche beschwingt mit dem Zeigefinger durch das letzte Photoalbum flippen. Komm, du schöne 3D-Desktop Welt. Ich kann mir zwar noch nicht vorstellen, den ganzen Tag in deiner mattschwarz (nur virtuell) glänzenden Desktop Box zu verbringen, aber daran wird hoffentlich noch Designhand angelegt.