Recruiting 2.0 – der Welt coolste Praktikantin ist gefunden!

Stellenausschreibung & Bewerbung 2.0

oder wie ein Unternehmen den wirklich besten Praktikanten findet.

Ein Praktikum bei einer Bank klang für mich bisher nie nach einer prickelnden Herausforderung. Aber dann kam das:
WANTED: Der/die coolste Praktikant/in der Welt gesucht!

Coolste Praktikant/innen gesucht!

Coolste Praktikant/innen gesucht!

Kurzbeschreibung: Bank sucht Praktikant für die Mobile Banking Abteilung, also macht sie sich per Ausschreibung im Firmenblog mit ungewöhnlichen Methoden auf die Suche.

Nicht, dass ich mich auch bewerben wollte, aber das Beispiel als Showcase ist für Human Ressources Abteilungen sicher interessant und zeigt, wie man zwei Fliegen mit einem Schlag erlegt. Nämlich wirklich interessante Mitarbeiter zu finden und im Rahmen einer Stellenausschreibung für einen Praktikanten eine potentiell übergebührlich hohe Aufmerksamkeit für ein Unternehmen zu erreichen! Und genau darum ging es der Standard Chartered Bank in Singapore wahrscheinlich, sonst hätten sie für ein halbes Jahr Praktikum wohl nicht 30.000 Dollar (SGD) locker gemacht. Nebenbei hat sich die Bank für mich in ihren Ausschreibungsdetails und die Art, wie man an die Sache heran geht, als überaus sympathisch positioniert.

Was die Bewerber zu tun hatten:

  • ♦ Dem für die Ausschreibung eigens angelegten Twitter Account @StanChartBreeze zu folgen
  • ♦ Einen Blogartikel, ein Video, einen Podcast zu erstellen, welcher darlegt, warum man der/die coolste Praktikan/in ist, mit Nennung des Blogartikels zur Ausschreibung (Trackback, word of mouth…)
  • ♦ Direkt Nachricht an die Bank über den erstellten Bewerbungsbeitrag, zum Review für die Bank

Die wohl sympathischste Aufforderung eines HR-Managers, die ich je gesehen habe, ist ebenfalls auf Youtube zu sehen:

Auszug aus den Ergebnissen des erfolgreichen Recruitings 2.0:

  • 1.190 Bewerbungen
  • 2.000 Follower im Twitter Account
  • 20 Youtube Videobewerbungen mit geschätzt 30.000 Views in Summe bisher (25.11.2010)

Rund 200.000 Nennungen und Verweise rund um die Welt im Web…

Ach ja – und dann war da noch die Gewinnerin des Praktikums.

And then there was 1Katherine Liew

Mein Kommentar zur dieser erfolgreichen
Web 2.0 Recruiting Aktion:

♥ Like it!

Die Sache mit den Social Media Guidelines für Unternehmen

Social Media Guidelines & Policies für Firmen

Zunehmend gehen Firmen bzw. Unternehmen den Weg Richtung Social Media und sei es auch nur, um eine digitale Präsenz für ein Unternehmen zu sichern. Also reservieren Fa. Hinz und Kunz ihre Profile sukkzessive in den jeweiligen Social Media Channels und kommen in diesem Zuge zum ersten Mal drauf, dass sie bereits durch ihre Mitarbeiter und deren jeweilige curriculum vitae Profildaten längst präsent sind.

So weit, so gut, immerhin können Mitarbeiter ja gerne ihre jeweilige Jobpositionen listen, manchmal jedoch gibt es ein großes Erwachen, wenn in diesem Zusammenhang zum Unternehmen negative Stimmung verbreitet wird, ob von einem Mitarbeiter selbst (-> sofortiges Einschreiten, Pkt. 4 Checklist), oder als Feedback von anderen Usern (-> Schritte überlegen….)

Social Media Guidelines für Mitarbeiter

Social Media Guidelines für Mitarbeiter

Von der Social Media Policy zu SM-Guidelines

In jedem Fall ist es für Unternehmen höchste Zeit, sich einige grundlegende Gedanken über die Rolle von Social Media in Unternehmen (Facebook, Twitter, Xing, etc…) zu überlegen, angesichts der Tatsache, dass im Prinzip jeder Mitarbeiter zum (Für-)Sprecher oder (Ver-)Sprecher werden kann, mit potentiell unangenehmen Folgen. Daher wäre in etwa folgende Vorgangsweise bzw. Fragenstellung praktikabel.

Checklist – Social Media Guidelines für Unternehmen

1. Wie gehen wir mit unserem Leitbild angesichts sozialer Netzwerke im Web um, gibt es einen Verhaltenskodex, der auch für diese Medien anwendbar ist? Was erwarten wir in diesem Zusammenhang von unseren Mitarbeitern?

2. Welche Regeln gelten im Offline-Modus für geheime oder schützenswerte Informationen im Unternehmen? Haben Mitarbeiter auch verstanden, dass selbige auch für die Kommunikation in Online-Medien gelten?

3. Wollen wir, dass Mitarbeiter als Testimonials für ein Unternehmen, oder ein Produkt in Erscheinung treten? Wenn ja, wie soll dies aussehen, bzw. was ist überhaupt rechtlich zulässig? (s. Werberichtlinien, bzw. XING – Aufregung um Mitarbeiter als Models…)

4. Dürfen Mitarbeiter während der Arbeitszeit unbegrenzt im Web surfen? Wenn ja, welche Aktivitäten sollten sie im Netz während dieser Zeit (und von den trackbaren IP Ranges in Unternehmen) nicht durchführen? (z.Bsp. auf Foreneinträge unter Synonymen auftreten und ein Konkurrenzprodukt schlecht machen….)

5. Was passiert mit einem Account eines Mitarbeiters, sollte dieser auch einen unternehmensinternen Zweck dienen, für den Fall einer Auflösung der Zusammenarbeit?

6. Krisenplan – Sollte ein Mitarbeiter im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten Probleme mit Kunden, Journalisten, Lieferanten, etc. bekommen, die er selbständig nicht lösen kann: Wen kann er, bzw. sollte er unmittelbar im Unternehmen kontaktieren?

7. Was passiert, bzw. welche Maßnahmen sind für Mitarbeiter erwartbar, wenn sie sich nicht an Regeln für die Verwendung von Social Media im Unternehmen halten? Sind diese Regeln transparent, lassen sich von vornherein zahlreiche Missglücke ausschließen, die durch unsachgemäße oder  unbewusste Handlungen entstehen.

“Facebook-Handbuch” für Mitarbeiter?

Es wäre sicher keine schlechte Idee, Mitarbeiter (bestehende und neu eintretende) daran zu erinnern, was für ein Unternehmen “schützenswerte Inhalte” bedeutet und dass diese natürlich auch nicht über soziale Netzwerke im Web verteilt werden dürfen….

Auf Facebook während der Arbeitszeit?

Es ist wohl klar: Mitarbeiter tun es, so oder so.
Deshalb ist die Unterstützung und Aufklärung von Mitarbeitern, wie sie das konstruktiv und akzeptabel erledigen, am fruchtbarsten.

UPDATE, 25.11.2010: Einen interessanten Beitrag zur Produktivitätssteigerung gibt es übrigens hier: http://blog.datenschmutz.net/2010-11/wie-facebook-uns-produktiver-macht/trackback/

Mitarbeiter bloggen für die Firma
Werden Mitarbeiter bewußt dazu eingesetzt, auf Firmenblogs, in markenrelevanten Foren und mit Firmenaccounts zu kommunizieren, ist Gefahr im Verzug, wenn es keine eindeutige Regelung beim Austritt von Mitarbeitern gibt. Diese Accounts mit den dazugehörigen Kontakten des Mitarbeiters sollten im Bedarfsfall und zuvor vereinbart übertragbar, oder stilllegbar sein. Also sollten Passwörter für beide zugänglich bleiben, bzw. muss sich ein Mitarbeiter dazu verpflichten, diese im Falle der Trennung bekannt zu geben.