Das Internet zum Vergessen auffordern?

Wie gelöschte Inhalte im Internet-Gedächtnis trotzdem auffindbar bleiben.

So mancher hat das “Internet Archives” alias “Wayback Machine” schon einmal genutzt. Das Service, welches als Non-Profit Unternehmen “universal access to all knowledge” verspricht, wurde 1996 in San Francisco gegründet. Es ist DIE Internet Bibliothek schlechthin, mehr als 150 Milliarden Websites der vergangenen 15 Jahre sind dort angeblich gespeichert. Jedes Monat wird von jeder Website eine Version auf den großen Servern abgelegt und ist von JEDERMANN einsehbar. So weit, so gut.

Überholte digitale Identitäten - veraltete Inhalte - rufschädigende Inhalte auf ewig gespeichert?

Wayback - Explorer Internet Archive

Wayback - Explorer Internet Archive

Probleme können mit dem Internet-Gedächtnis aber in Fällen auftauchen, wenn etwa jemand eine Domain verkauft, unrichtige Inhalte zu einem gewissen Zeitpunkt veröffentlicht waren, oder - im schlimmsten Fall - strafrechtlich relevante Inhalte im Archiv immer noch auftauchen?

Zwei konkrete “Gedächtnis-Fälle”, die zum Problem werden könnten

1. Sie nehmen eine Homepage (mit urheberrechtlich geschützten Inhalten) aus dem Netz und stellen später fest, daß andere Webseiten diese Inhalte (aus dem Web-Archiv entnommen) verwenden. Wie könnten Sie die rechtswidrige Nutzung vorgehen? Es wird nicht leicht, denn wo ist ihr Original zu finden? wie können Sie nachweisen, wo die Inhalte gestohlen wurden?

2. Sie mussten - aus rechtlichen Gründen - (einstweilige Verfügung, Abmahnung, Gerichtsbeschluss) Inhalte aus Ihrer Website entfernen. Jedoch sind Sie noch immer im Webarchiv auffindbar. Das kann weiteren juristischen Ärger mit sich bringen, obwohl Sie bereits lt. Verfügung gehandelt haben.

Abhilfe: Kontrolle Ihrer digitaler Daten, Werke, Identität

Die Frage ist: Was kann man auf der eigenen Webdomain tun, um eine unerwünschte Archivierung von Inhalten zu unterbinden? Im Prinzip ist es ganz einfach. Man schließt einfach die Suchmaschine (Robot) des Internet Archives aus, die eigene Seite zu lesen.

Internet Archiv erfolgreich ausgeschlossen...

Internet Archiv erfolgreich ausgeschlossen...

Eine simple Anweisung in der sogenannten “robots.txt - Datei”, die sich meist in Ihrem Root Verzeichnis am Website-Server befindet, reicht dazu aus. Auch bis dato archivierte Inhalte können so entfernt werden. Dazu müssten sie in das Stammverzeichnis ihrer Seiten eine Textdatei mit Angaben für genau diesen Cawler von Web-Archiv (lediglich zwei Zeilen) hochladen. Robots suchen im Stammverzeichnis nach dieser Textdatei mit dem Dateinamen ‘robots.txt’ und befolgen die dort notierten Anweisungen.

Robots.txt richtig konfigurieren (zum Ausschluss der Internet Suchmaschine auf Ihrem Server)

Der Robot mit dem Namen “ia_archiver” wird durch die folgende Anweisung für alle Verzeichnisse ausgeschlossen:

User-agent: ia_archiver
Disallow: /

Für den Ausschluss einzelner Verzeichnisse nutzen Sie:

User-agent: ia_archiver
Disallow: /name-des-verzeichnisses-welches-ausgeschlossen-werden-soll

Es können unendlich viele Verzeichnisse, oder auch einzelne Dateien ausgeschlossen werden, beispielsweise ein Bild:

User-agent: ia_archiver
Disallow: /images/zu-entfernende-bilddatei.jpg

Diese zweizeilige Anweisung als Textdatei (ohne Formatierungen) speichern Sie

1. als ‘robots.txt’ lokal als Datei ab (vorzüglich ein simpler Texteditor) und laden diese
2. mit ihrem FTP-Programm in das Stammverzeichnis hoch

Fertig.

Weitere Informationen und Hinweise zur Aufrechterhaltung einer “sauberen” digitalen Identität, die eine eventuell Rufschädigung im Internet vermeiden hilft, finden Sie in meinen anderen Blogkategorien zum Thema:

->>  digital identity management und

->>  Suchmaschinenoptimierung

2X Real Time Reputation Monitoring

Tools & how to: “rep (reputation) monitoring”

Dass sich im Internet Gerüchte, Informationen oder Inhalte sehr schnell verbreiten lassen, ist hinlänglich bekannt. Auch in Österreich ist das Thema “digital reputation” bzw. digitale Identität bereits relativ breit diskutiert.  (S)eine digital identity ist relevant, sobald Einträge bzw. Suchergebnisse im Web zu einem Begriff, einer Marke oder eines Namens auftauchen. Mit jedem einzelnen Eintrag bzw. membership bei einer community, einer social media Plattform (Facebook & co), einer Produkrezension entsteht, bzw. verbreitet sich durch “Sharing” (weiterleitung bzw. multi-publishing) von Inhalten ein gewisser Ruf, eine Stimmung. Sei es positiv oder negativ, relevant ist es allemal.

Einfaches Monitoring in real time!

Neben zahlreichen professionellen Tools (s. unten) gibt es mittlerweile einige “real time Suchmaschinen”. Zwei interessante möchte ich hier vorstellen, weil sie gerade den Markt erobern bzw. unübersehbar sind.  Veröffentlicht jemand über Twitter oder Facebook einen repuations-relevanten Inhalt, so ist er in Sekundenbruchteilen auch über diese Suchmaschinen auffindbar.

1. The Ellerdale Project

Ellderdale nutz semantische Technologie um die Suchergebnisse zu verbessern. Statt keywords werden also ganze Themenkomplexe abgebildet.

Beispiel: Die Top 10 Filme derzeit im Kino:http://www.ellerdale.com/trends/films

Klickt man auf “Avatar”, erhält man die real time Kommunikation zum Film in den Communities…
Diese lässt sich übrigens auch in eine Website einbinden…

2. Google Real Time Search (&tbs=rltm:1)

Google hat macht es mit “latest results” nach bzw. hat eine wahrscheinlich schon längst durchdachte Lösung dazu parat, indem man auf Suchergebnisseiten die Funktionalitäten “Show options” nutzt:

noch einfacher: man bemüht einfach den Zusatz:”&tbs=rltm:1” hinter der URL einer Ergebnisseite:
http://www.google.at/webhp?hl=en#hl=en&source=hp&q=fp%C3%B6&btnG=Google+Search&aq=f&oq=fp%C3%B6&fp=fc1aa48bbdb2a16c&tbs=rltm:1

Professionelle Tools für Reputation Monitorings:

Radian6 http://www.radian6.com/cms/home
Attentio http://www.attentio.com/
Onalytica http://onalytica.com/
Wavematrix http://www.wavemetrix.com/

Österreichische Dienstleister:

MelvilMediaMood http://www.melvilmediamood.at
Silberball: http://www.silberball.at

Die meisten dieser Tools werden als “buzz tracking tools” verkauft, die Social Media sites und Blogs abfahren. Melvilmediamood bietet semantisches Monitoring und auch eine qualitative Auswertung von Content, also ob Content positiv, negativ oder neutral zu einem Begriff zu verstehen ist. Ein interessantes Projekt zum Thema Webmonitoring findet man auch auf:
http://www.thenewpr.com/wiki/pmwiki.php?pagename=PRMeasurement.HomePage

Die digital identity einer Suchmaschine

Brand design und digital identity management am Beispiel Google

Ein Web-Formular als Träger eines milliardenschweren Geschäftsmodelles

Neidlos anerkennen muss man den Erfolg von Google, seiner Suchmaschine und den 100 anderen Diensten und Services, die mittlerweile unter dem Dach des Online-Giganten zur Verfügung stehen.

Google - digital brand identity

Google - digital brand identity

Ein kleines Lächeln zauberte mir heute die Einstiegsmaske ins Gesicht, nicht weil ich Strichcodes so gerne habe, sondern weil sich daran auch ein schönes Beispiel für digital identity bzw. brand design ablesen lässt. Auf der Startseite meines Firefox Browsers hat sich Google nämlich in so mannigfaltiger Weise eingebrannt, dass es -  selbst ohne Google Logo - keine Probleme mit der Wiedererkennung gibt. “Digital Brand Marketing” wäre wohl der richtige Ausdruck für jene Wissenschaft, die Marketing Leute, Designer und Programmierer gleichermaßen fordert.

Der beispielhafte Screen zur Google Startseite vom 07.10.2009 dient vielleicht als kleines Lehrbuch dazu.

Interessante Links zum Thema digital identity:

World identity lab - moodley
Wikipedia - brand management
Username-Check - wer ist mit meinem Namen registriert?

Mit EINEM Blog den Ruf ruiniert…

Über die Leichtigkeit der Verleumdung “per Blog” im Web

Es passiert jeden Tag. Eine Person will einer anderen Böses und das Internet bietet sich als Plattform dafür besser, als jedes andere Medium auf der Welt. Immerhin verspricht die digitale Welt der Avatare und Nicknames Anonymität nicht nur für User, die illegal Inhalte downloaden wollen, sondern auch für jene, die Gerüchte in die Welt setzen möchten, um jemandem zu schaden, sprich - die Reputation im Internet zu zerstören.

Freilich - die meisten denken, das Netz bietet volle Anonymität und jene, die unvorsichtig verleumden, sind nicht des digital reputation managers Feind. Solche User können relativ schnell eruiert und im Notfall vor Gericht gebracht werden. Doch inzwischen ist vielen bewußt geworden, dass die IP-Adresse, also die physikalische Adresse des Computers im Netzwerk Internet, von welchem aus man sich im Netz bewegt, von Diensteanbietern, Providern, aber auch von Weblogbesitzern eingesehen werden kann.

Für letztere bedeutet dies im Falle einer vorsätzlich geplanten Verleumdungsaktion jedoch kein großes Hindernis. Entweder, man benutzt dafür Proxy Scripts, welche die eigene IP-Adresse verschleiern, oder man benutzt - noch einfacher - Webservices wie http://www.behidden.com/, http://www.obome.de/ oder http://anonymouse.org/. Für letzteres gibt es auch ein praktisches Firefox AddOn: https://addons.mozilla.org/firefox/1415/

Damit wäre also jedem Tür und Tor geöffnet, selbst von zu Hause aus anonym im Netz Schindluder zu treiben, ohne sich dafür in ein anonymes Webcafe begeben zu müssen.

Das typische, leichte Opfer für Verleumdung im Internet

  • besitzt kein eigenes Weblog, welches seinen Namen enthält (z.Bsp. wilfried.mueller.blogspot.com)
  • hat keine Accounts bei typischen social networks angelegt (xing.com, LinkedIn.com, Facebook, etc…)
  • versucht, seinen Namen nicht im Netz unterzubringen - etwa durch Verwendung von Nicknames in Foren
  • Kommuniziert nicht mit Freunden und Geschäftsparntern / Kollegen im Netz, weil es Angst hat, seinen Namen im Zusammenhang mit unerwünschten Themen wiederzufinden.

Doch genau hier liegt die größte Gefahr begraben. Wer seine eigene Identität im Netz (digitale Identität) nicht pflegt, so wie er das auch im Freundeskreis bzw. im Job macht, läuft Gefahr, verleumderischen Übergriffen blank ausgesetzt zu sein.

Suchmaschinen lieben Blogs….,

egal ob aus positiven, oder negativen Motiven erstellt. Hat also jemand die Absicht, ein typisch leichtes Opfer (siehe oben) zu verleumden, hat er leichtes Spiel.

Das beste Service dazu bietet wahrscheinlich Google selbst, das mit seiner Bloggerplattform www.blogger.com Verleumdern ein schlagkräftiges Werkzeug in die Hand gibt, um jemandes Ruf zu ruinieren. Denn Blogs auf Blogger.com werden von Google gut gereiht in den Suchmaschinenergebnissen.

Gibt es also zu einem Namen keine nennenswerten Einträge im Netz, hat ein Blog, welcher den Namen eines Opfers trägt, beste Chancen, auf Platz eins gereiht zu werden, sucht jemand nach der betreffenden Person im Netz (siehe Bild links).

Google - Datenschutz, kein Schutz für Opfer von Rufschädigung

Die Datenschutzbestimmungen von Google behaupten zwar, dass von Personen, die einen Account bei Google erstellen, Name und E-Mail Adresse gespeichert werden. Zitat von Google Datenschutz… “Wenn Sie sich für ein Google Konto oder andere Google-Services oder Werbung anmelden, die eine Registrierung erfordern, bitten wir Sie um personenbezogene Daten, wie Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Kontopasswort.”

Allerdings wird beim Anlegen eines Blogs auf Google (Blogger.com) nur folgendes abgefragt, also kein Name…

Im Gegensatz dazu ist es Google lange Zeit nicht unangenehm, wenn ein user (die heilige Kuh) einen Blog anlegt, der den Namen einer anderen Person trägt und verleumderische Inhalte publiziert. Obwohl die Content Policy auf Blogger anführt, dass betrügerisches Auftreten als eine andere Person mit der Absicht oder der Wirkung, andere zu täuschen oder zu verwirren, nicht gestattet ist…

Opfer, die sich mit einem solchen Sachverhalt an Google wenden, bekommen erstmals ein Standard-Mail als Antwort in dem es heißt:

“Hello,

Thank you for your note. Please note that Blogger is a provider of content creation tools, not a mediator of that content. We allow our users to create blogs, but we don’t make any claims about the content of these pages….”

Rufschädigung im Internet wird also gerade durch Services und userfreundlicher Richtlinien von Google Tür und Tor geöffnet - ja man könnte im Sinne von Google wohl durchaus behaupten, das Portal zur ganz großen Verleumdungswelt.

Wie man sich vor Rufschädigung (damaged reputation) schützt..

… habe ich zum Teil auf Online Reputation Management - einfache Tipps für Ihre Firma dargelegt. Was für Firmen/Marken gilt, ist natürlich auch für Personen implizit anzuraten.

Ranking und Schmalz, Gott erhalt’s!

Mit “Werenfried” endlich zur Top Google Platzierung!

Nein, das ist kein Selbstbejubelungsbeitrag. Aber als Spezialist für Suchmaschinenoptimierung ist es schon eine meiner Aufgaben, meinen Namen auf Suchmaschinenergebnisseiten nach vorne zu bringen. Wäre da nicht die harte Konkurrenz in Person des leider schon verstorbenen Paters Werenfried van Straaten, u.a. Gründer der Vereinigung “Kirche in Not“, auch genannt “Speckpater”, weil er in den Nachkriegsjahren seine Padres mit dem Fahrrad und mit Speck und Schmalz voll gepackten Rucksäcken in die Wiederaufbaugebiete schickte.

Ihm verdanke ich auch meinen schönen Vornamen, allerdings war Pater Werenfried ein sehr sehr umtriebiger Missionar und hat daher auch seinen digitalen Footprint im Netz nicht zu schlank ausfallen lassen.

Das Match in den SERPs*

(*SEO-Lexikon 1: Search Engine Result Pages)

Werenfried vs. Werenfried
Werenfried Ressl vs. Werenfried van Straaten im Netz

Eine Suche auf Google nach dem Vornamen “Werenfried” ergibt folgendes Bild:

Durch den Wettbewerbsvorteil “Eintrag in Wikipedia”, der für Google ein wichtiges Indiz für das Ranking darstellt, haben die heiligen Werenfrieds noch die Nase vorne. Anders sieht es aber aus, wenn man nur “Seiten aus Österreich” bei Google auswählt. Dann darf ich dort als erster durch’s SERP-Ziel!

Freilich - Pater Werenfried hat seit geraumer Zeit keine Zeit mehr, sich mit dem Thema Linkaufbau** zu beschäftigen, im Gegensatz zu mir. (**SEO-Lexikon 2: Linkaufbau = sich im Netz gut zu verlinken und möglichst wertvolle Links zu seiner eigenen Website zu bekommen - Je mehr, desto höher das Ranking in Suchmaschinen….). Im Jenseits wird er “Weblog” oder “Linkbuilding” wohl nur noch entfernt von armen SEO-Seelen vernehmen.

Aber - um mit der Kirche im Dorf zu bleiben - dank des aktuellen PageRank Updates*** (***SEO-Lexikon 3: regelmässige Neubewertung von Websites durch Google) und PageRank 3/10 für www.oaaol.com ist meine digitale Identität wieder “gut” vertreten.

PS: Sollten Kirchen in Not ihre digitale Reputation im Netz verbessern wollen, Anruf oder Mail genügt!

Ranking und Schmalz, Gott erhalt’s!

Face Search - Gesichtserkennung mit Tücken

Digital reputation management - Lesson 1: Beobachte dich selbst!

Bereits 2007 hat Google in seine Bildersuche heimlich eine Art “Gesichtserkennung” eingebaut. Auch andere Services bieten mittlerweile Suchabfragen nach Gesichtern an. Wie das funktioniert, anhand zweier Beispiele, die sich durchaus für die Beobachtung der eigenen digitalen Identität im Netz eignen.

Google Bildersuche mit Tücken

Eine Suche nach meinem Nachnamen in der Google Bildersuche ergibt zwar jede Menge Fotos von Personen, die so heissen, wie ich (http://images.google.com/images?q=Ressl), aber natürlich sind auch Bilder dabei, die keine Personen zeigen, etwa das Privatzimmer einer Familie Ressl http://www.webseiten.kraft-consulting.net/mauthausen/images/ressl.jpg

Will man nur Bilder von Personen mit dem eigenen Namen suchen, bietet sich an, den Suchparameter “&imgtype=face” anzuhängen, also http://images.google.com/images?q=Ressl&imgtype=face. Das Ergebnis ist erstaunlich und wurde trotzdem noch nicht offiziell integriert….

FaceSaerch - Google Bilder mit coolem Interface und Blogintegration…

Ein noch schöneres Interface und eine Möglichkeit, solche Suchabfragen auch ständig zu beobachten, bietet FACESAERCH an. Unter der ungewöhnlichen Domain www.facesaerch.com (mit AE, da die facesearch Domain schon vergeben ist…) wird man ebenfalls schnell zu seinem eigenen Namen fündig, auch auf Basis von Google Bildern…

Schön dabei ist auch die Möglichkeit, aus einer Suchabfrage ein “Widget” zu generieren, welches man auf anderen Webseiten einbauen kann. Das sieht dann so aus und beliefert eine Website mit der jeweils aktuellen Suchabfrage….

Control your visual identity on the Net

Damit steht der permanenten Beobachtung des eigenen Antlitzes nichts mehr im Wege und die Gefahr, dass jemand ein unerwünschtes Bild veröffentlicht, kann so mühelos und einfach verfolgt werden. So fällt Ihnen wahrscheinlich schneller auf, wenn ein Bild von Ihnen und mit Ihrem Namen erscheint, das Sie nicht wirklich veröffentlichen wollten (z.bsp. auf Partyseiten, etc..). Die Kontrolle über Ihre Identität im Netz wird somit einen Schritt einfacher.

Journalismus und social media …

Ethische Regeln für Journalisten in social media networks?

Klar - jeder Journalist ist an gewisse Standards gebunden, wenn er seine Arbeit ernst nimmt. Qualitätsjournalismus bedeutet unter anderem, journalistische Sorgfalt walten zu lassen. Was in diversen Kodizes bzw. im Presserecht festgeschrieben ist, lässt sich aber oft nicht 1:1 für das Verhalten von Journalisten in sozialen online Networks (gemeinhin als Social Media bezeichnet) ummünzen. Die New York Times etwa rät Mitarbeitern auf Facebook und Co um spezielle Vorsicht, um deren Unabhängigkeit zu gewährleisten. Etwa wird dabei geraten, den Bereich “politische Ansichten” im personal profile nicht zu befüllen.

Auch das renommierte Poynter Institute hat in Zusammenarbeit mit Journalisten eine Art Guide für das Verhalten von Journalisten in social networks erarbeitet. Übersetzt hat den englischen Artikel Kirstin Marquardt für die Akademie für Publizistik Hamburg.

thanks to Bill Mitchell, Geoffrey Holman/iStockphoto

thanks to Bill Mitchell, Geoffrey Holman/iStockphoto

Zitat: Journalisten nutzen soziale Netzwerke unter professionellen Gesichtspunkten, oder zum reinen Privatvergnügen. Dritte vermischen beide Ebenen. Es wird zunehmend schwierig, persönliche Seiten in sozialen Netzwerken vollkommen umfassend privat und geschlossen zu halten. Deshalb werden auch Journalisten erkennen müssen, dass alles, was sie unter ihrem Namen in Facebook oder auf MySpace veröffentlichen, das Potential hat, ihren Ruf und in der Folge auch die Glaubwürdigkeit ihrer Redaktion zu beeinflussen (Anmerkung Werenfried Ressl: so wie bei anderen Mitarbeitern eines Unternehmens auch…)

Links zu den Original Artikeln:

Auf Deutsch
>> http://www.akademie-fuer-publizistik.de/magazin/blog/detailseite/article/empfehlungen-fuer-journalisten-in-sozialen-netzwerken/

In English:
>> http://www.poynter.org/column.asp?id=67&aid=156905

Ehrenbürger, Kinderschänder? - Rufmord auf steirisch

Steirischer Bürgermeister seit Monaten von Jugendlichen diffamiert…

Ein besonders krasser Fall von Rufmord im Internet ereignet sich seit einiger Zeit in der Steiermark. Die Jugendgruppe “Wild Panthers”, bestehend aus Mitglieder einer ehemaligen politischen Jugendvereinigung, rückt den Pernegger Bürgermeister Andreas Graßberger seit Monaten ins schlechte Licht. Kinderschänder, Rassist, Veruntreuung lauten die Verleumdungen, freilich bisher ohne anerkannte Beweise.

Auf Unterlassung und Widerruf verklagt - doch Rufmord geht weiter

Obwohl sich Bürgermeister Graßberger bereits erfolgreich vor Gericht bemüht hat (der Betreiber der Website der Wild Panthers, der 18 jährige D. Doppelhofer, Spitzname: “Klana Doppi” wurde zu Unterlassung, Widerruf und zur Zahlung der Verfahrenskosten von 5324 Euro und 28 Cent verurteilt), geht die Hetzjagd munter weiter. Erneut ist zu lesen:

“Bürgermeister Grassberger …..(Anm: und andere Vertreter der Gemeinde) ….enttarnen ihre wahre Identität, diese nicht das Sozialdemokratische trägt , sondern eher eine Form von nationalsozialistischem Glauben besitzt.”

An anderen Stellen der Seite sind zudem Fotomontagen zu sehen, in denen der Bürgermeistern in Nazi-Uniform auftritt.
Der Funktionär der Wild Panthers gibt preis, was er nicht mag: unehrliche Menschen, Lügner, Kameradenschweine…..

Über die Motivation des Vereinsfunktionärs (Zitat Website Wild Panthers):
“Als ex. Obmann der Jungen Volkspartei Pernegg alias “JVP-Pernegg” sehe Ich mich weiterhin als kein Zustimmer der Politik des Andreas Grassberger , jedoch ist Vereinsangehörigkeit und Politische Fraktion ein großer Unterschied, sowie das Privatleben, deshalb sind die sehr hinterhältigen und feigen Atacken auf Vereine , bei diesen Ich Mitgliedschaft besitze ( zB. Feuerwehr, Panthers ..) und mein Leben von dieser Person einfach lächerlich und inkorrekt. Jeder , dieser unsere Zustimmung erhält ist in den Reihen der Panthers herzlichst willkommen . Panther Heil Kameraden !

In einer Solidaritätskundgebung mit Fackelzug äußerten sich bereits Politiker aller Fraktionen und auch Bürger gegen die Verleumdung. Der mittlerweile verzweifelte Bürgermeister wandte sich erneut an die Medien, um den Fall aufzuzeigen.

Am 13. Februar 2009 brachte der ORF in der ZIB2 einen Beitrag zum Thema Cybermord und digital reputation management

zib2-13-2-2009-rufmord-im-web from Werenfried Ressl on Vimeo.

Schutz vor online-Rufmord?

Wie man sich gegen Rufmord im Internet schützen kann, hängt von der jeweiligen Situation ab.

Grundsätzlich gilt:

  • Schnell handeln
  • Beweise sichern
  • ev. Anwalt informieren
  • Plattformbetreiber, die schädigende Inhalte veröffentlichen um Entfernung dieser auffordern

Prävention: Digital Reputation Management

Präventiv muss man raten, sich einen guten Ruf im Internet vorsorglich aufzubauen. Etwa indem man sein soziales Netzwerk dazu nützt, derartig böswillige Anschläge von vorn herein verpuffen zu lassen. Auch im Hinblick auf die Präsenz in Suchmaschinen ist natürlich ein gefestigter Ruf über eine Person, manifestiert durch zahlreiche positive Einträge und Empfehlungen einer Person der beste Schutz vor dem Angriff auf seine digitale Reputation im Internet.

Reputation Spam via E-Mail

Ich bin kein Hotel - und mein Image ist soweit ok!

Ein E-Mail in meiner Inbox im Dezember 2008 habe ich beinahe anstandslos gelöscht (SpamMark), doch dann habe ich es mir doch für einen Blogbeitrag aufgehoben. Der Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Suche nach Ihrem Restaurant/Hotel (www.test.at) haben wir eine negative Bewertung gefunden. Negative Bewertungen bei Google kosten Sie viel Umsatz. Potenzielle Restaurant/Hotelgäste googeln nach Ihrem Restaurant/Hotel bevor sie buchen. Wenn Sie dann negative Bewertungen oder Testberichte finden, werden Sie von einer Buchung zurückschrecken. Das kostet Sie Umsatz!

Wir helfen Ihnen und beraten Sie kostenlos und unverbindlich.
Bitte klicken Sie bei Interesse hier…. (Link entfernt)

Ihr Restaurant/Hotel PR für Suchmaschinen Team

Wahrscheinlich haben Sie ein ähnliches Mail auch schon oft in IHrer Mailbox. Hier spielt also jemand mit dem Gedanken, dass vergegaukelte negative Bewertungen für Produkte oder Dienstleistungen im Web ihre Wirkung entfalten. Denn die Reputation und das Image ist ja angeblich beschädigt, ein entsprechender Empfänger könnte darauf mit Bestürzung reagieren und den bereitgestellten LINK anklicken würde.  Spam der billigen Sorte, aus der psychologischen Trickkiste eines Spamredakteurs.

Tatsächlich finden natürlich auch für Hotels negative/positive Bewertungen auf zahlreichen Plattformen statt. Siehe etwa http://tinyurl.com/8rlqzk

Die Frage, wie und ob User Produkte und Dienstleistungen bewerten, spielt generell natürlich eine große Rolle. Ein entsprechendes Monitoring im Web macht, wie auch der Absender des E-Mails behauptet, durchaus Sinn.

Relevante Themen dazu:

  • Markenbeobachtung:
    Wo und wie häufig wird eine Marke im Internet von den Nutzern genannt und in welchem Zusammenhang passiert dies?
  • Konkurrenzbeobachtung:
    Wie sind Mitbewerber im Internet Ihnen gegenüber positioniert?
  • Issues & Risk Monitoring:
    Rechtzeitig unerwünschte öffentliche Äußerungen, oder Ankündigungen aufspüren, die etwa zu Boykott- und Demonstration gegen eine Marke/ein/Ihr Unternehmen aufrufen.

Einfache Tools:

Online Reputation Management - einfache Tipps für Ihre Firma

Wie Sie verhindern, dass negative Einträge in Suchmaschinen ihre Reputation mindern!

Über online reputation management bzw. digital reputation management sollten Sie sich spätestens Gedanken machen, wenn Ihre Firma negative Presse in den Medien (auch online Medien) erhält. Viele Firmen sind aber bereits dabei, ihre positiven Seiten im Netz aktiv zu managen, was im Falle auftretender negativer Presse entschärfend wirkt.

Beachten Firmen gar nicht, was über sie oder ihre Produkte im Netz steht, könnten folgende Probleme auftreten bzw. eminent werden:

  • Negative Einträge tauchen in Suchmaschinenergebnissen auf der ersten Seite noch vor Ihren Firmeninfos auf.
  • Ihre Kundenbeziehungen oder Partnerschaften leiden durch die überraschend “präsenten” Einträge, wenn diese nach Ihnen im Web suchen.
  • Handelt es sich bei den Einträgen um ein bestimmtes Thema, strömen über Suchmaschinen jene themenverwandten Suchanfragen direkt zu diesen negativen Einträgen über Sie. Menschen, die Sie bisher nicht kannten, erfahren also über diese negativen Einträge erstmals über Sie.
  • Setzen zusätzlich andere Websites oder private Blogbetreiber Links zu diesen Negativeinträgen, kann sich deren Wert steigern und gewinnen aufgrund des Google Algorithmus noch an Bedeutung, Es wird dann immer schwieriger, Ihre Firma im Web ins rechte Licht zu rücken.

Was wären also für den Beginn die wichtigsten Hinweise, um derartige Vorkommnisse möglichst zu entschärfen?

Tipps zur Erhaltung/Steigerung Ihrer online-Reputation

Sie können von der folgenden Faustregel ausgehen. Wenn Sie nicht über sich sprechen wollen, tun es andere. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen Firmen lieber möglichst wenig über sich preisgeben wollen und auf der anderen Seite Kunden/Partner oder auch Ihre Konkurrenten anfangen, etwas über Sie auszuplaudern. Meist sind das nicht die positivsten Seiten. Es wird eben lieber geschimpft, als gelobt

Tipps zum Monitoring von Einträgen im Web über Sie/Ihre Firma/Ihre Marke:

http://thomaspleil.wordpress.com/2007/09/03/blog-monitoring-20-tools-und-ein-paar-tipps/

1) Texte und Formulierungen auf Ihrer Website

Es gibt nichts schlimmeres als Websites, die mit nicht mehr aktuellen Produkten und Informationen bestückt sind. So richtig ärgerlich wird es, wenn Sie etwa ein Produkt, welches vor kurzem von einer Rückrufaktion betroffen war, immer noch über Suchmaschinen bei Ihnen gefunden wird.

Sehr oft vergißt man, die eigene Website up to date zu halten. Aber genau hier wird Ihre Identität stark geprägt, denn Ihr Wording auf Ihrer Website ist einzigartig, schon alleine, weil Ihr Firmenname und Ihre Slogans unique sind. Überprüfen Sie also regelmässig, was Sie selber über sich auf Ihrer Seite schreiben.

2) Websites managen, die Sie kontrollieren können

Viele Firmen richten mittlerweile auch auf Social Media Plattformen eine Präsenz ein. Beispiele wären Facebook, MySpace oder LinkedIn.  Diese kann man ganz leicht nachverfolgen und sind zur persönlichen Kontaktaufnahme mit Kunden oder Partern sogar ein recht nützliches CRM-Tool. Der Vorteil dabei ist, dass solche Plattformen bereits von sich aus ein sehr hohes Ranking in Suchmaschinen aufweisen. Ein umfangreiches, starkes Profil auf diesen Seiten hilft Ihnen also doppelt. Vor allem wenn Ihre Bekannten und Partner, die Sie dort treffen, ebenfalls positives über Sie berichten.

3) Publikationen über Sie - von Ihnen gestaltet und gesteuert

Diese sind auch im Internet sehr wichtig. Es muss nicht immer die große Presseaussendung sein. Im Gegenteil, diese verschwinden ohnehin bald in den Archiven. Sie könnten zum Beispiel damit beginnen, über Neuigkeiten oder Events zu berichten. Viel beständiger sind Einträge auf Plattformen, die von vornherein selber schon eine hohe Reputation mitbringen, wie etwa Business Portale, Firmenverzeichnisse oder Eventkalender. Auf diese Art bauen Sie sich schon “gute Presse” auf und sind auch in Suchmaschinen mit Ihrer Stimme präsent.