Die Zukunft des Desktops in 3D?

Living in a box,

oder wie man sich die nächste Generation (post iPad #1 Generation) vorstellen kann…

Gerade hat der größte Suchmaschinenanbieter eine Firma gekauft, die sich auf die Entwicklung einer intuitiven 3D-Software für Computer-Desktops spezialisiert hat. Warum? Nun – manche munkeln, Google könnte an der Konkurrenz für Apples iPad arbeiten und dazu benötigt man eben auch eine intelligente, smarte Software im “Apple-Style”, jedochmit noch mehr Vernetzungsmöglichkeiten à la Google und weniger proprietären Systemelementen.

Multi Touch Tablet Interface

Was ein Tablet-PC mit einer derartigen Oberfläche für Sie tun könnte, ist vielleicht am besten so erklärt: Es lassen sich damit Files und Folders wie Kartenstapel organisieren und mit der schon vom iPhone bekannten “Fingernavigation” bedienen. Das ganze in 3D, das heißt, man kann Dateien einfach an die Wand hängen, in der virtuellen 3D Box, die man früher dann wohl Desktop nannte. Die Firma, die sich bisher mit “Multi-touch Tablet Interfaces” beschäftigt hat, heißt (hieß)  BumpTop.

Wie sich so ein 3D Desktop anfühlen könnte, ist im folgenden Video gut erklärt.

Wie im Video zu sehen, lassen sich Bilder etwa direkt ohne Benutzung von Maus oder Trackpads bearbeiten und das, so scheint es, ohne dass eine Anwendung dafür geöffent werden müsste. Zieht man etwa ein Bild auf einen Facebook Link zum eigenen Profil, lässt sich dieses per Klick veröffentlichen, ohne auch nur ansatzweise den Browser separat zu starten. Jede Bedienung wird beinahe zur One Click Destination. Funktionen werden in logische Elemente zerlegt, der Ablauf schneller. Und schon gibt es Mock ups von interaktiven Desktops im Vier-Fingersystem, an deren Realisierung wohl Apple und Google gleichermaßen arbeiten.

Soweit, so gut. Noch gibt es die 3D Box noch nicht.  Meine neidig verrenkten Augen (als Nicht Apple User) werden sich aber hoffentlich bald entspannen können. Wenn ich nämlich nicht mehr verstohlene Blicke Richtung iPhone User werfen muss, welche beschwingt mit dem Zeigefinger durch das letzte Photoalbum flippen. Komm, du schöne 3D-Desktop Welt. Ich kann mir zwar noch nicht vorstellen, den ganzen Tag in deiner mattschwarz (nur virtuell) glänzenden Desktop Box zu verbringen, aber daran wird hoffentlich noch Designhand angelegt.

how the internet sees me & you!

Wie werde ich im Internet wahrgenommen?

Ergebnis zu "Werenfried Ressl"

Ergebnis einer Personensuche als künstlerische Web-Installation

Tolle Installation für die Darstellung des eigenen digitalen Rufes bzw. seiner Interessen…

Schön, mitverfolgen zu können, wie diese Auswertung entsteht, auch wenn das Ergebnis dann nicht ganz so aussagekräftig ist.

Link: Personas

Nach der Eingabe des Vor und Zunamen kann es los gehen; leider ohne Umlaute…

Die Idee stammt von Aaron Zinman

Sociable Media Group from the MIT Media Lab. It uses sophisticated natural language processing and the Internet to create a data portrait of one’s aggregated online identity. In short, Personas shows you how the Internet sees you.

Das Internet zum Vergessen auffordern?

Wie gelöschte Inhalte im Internet-Gedächtnis trotzdem auffindbar bleiben.

So mancher hat das “Internet Archives” alias “Wayback Machine” schon einmal genutzt. Das Service, welches als Non-Profit Unternehmen “universal access to all knowledge” verspricht, wurde 1996 in San Francisco gegründet. Es ist DIE Internet Bibliothek schlechthin, mehr als 150 Milliarden Websites der vergangenen 15 Jahre sind dort angeblich gespeichert. Jedes Monat wird von jeder Website eine Version auf den großen Servern abgelegt und ist von JEDERMANN einsehbar. So weit, so gut.

Überholte digitale Identitäten – veraltete Inhalte – rufschädigende Inhalte auf ewig gespeichert?

Wayback - Explorer Internet Archive

Wayback - Explorer Internet Archive

Probleme können mit dem Internet-Gedächtnis aber in Fällen auftauchen, wenn etwa jemand eine Domain verkauft, unrichtige Inhalte zu einem gewissen Zeitpunkt veröffentlicht waren, oder – im schlimmsten Fall – strafrechtlich relevante Inhalte im Archiv immer noch auftauchen?

Zwei konkrete “Gedächtnis-Fälle”, die zum Problem werden könnten

1. Sie nehmen eine Homepage (mit urheberrechtlich geschützten Inhalten) aus dem Netz und stellen später fest, daß andere Webseiten diese Inhalte (aus dem Web-Archiv entnommen) verwenden. Wie könnten Sie die rechtswidrige Nutzung vorgehen? Es wird nicht leicht, denn wo ist ihr Original zu finden? wie können Sie nachweisen, wo die Inhalte gestohlen wurden?

2. Sie mussten – aus rechtlichen Gründen – (einstweilige Verfügung, Abmahnung, Gerichtsbeschluss) Inhalte aus Ihrer Website entfernen. Jedoch sind Sie noch immer im Webarchiv auffindbar. Das kann weiteren juristischen Ärger mit sich bringen, obwohl Sie bereits lt. Verfügung gehandelt haben.

Abhilfe: Kontrolle Ihrer digitaler Daten, Werke, Identität

Die Frage ist: Was kann man auf der eigenen Webdomain tun, um eine unerwünschte Archivierung von Inhalten zu unterbinden? Im Prinzip ist es ganz einfach. Man schließt einfach die Suchmaschine (Robot) des Internet Archives aus, die eigene Seite zu lesen.

Internet Archiv erfolgreich ausgeschlossen...

Internet Archiv erfolgreich ausgeschlossen...

Eine simple Anweisung in der sogenannten “robots.txt – Datei”, die sich meist in Ihrem Root Verzeichnis am Website-Server befindet, reicht dazu aus. Auch bis dato archivierte Inhalte können so entfernt werden. Dazu müssten sie in das Stammverzeichnis ihrer Seiten eine Textdatei mit Angaben für genau diesen Cawler von Web-Archiv (lediglich zwei Zeilen) hochladen. Robots suchen im Stammverzeichnis nach dieser Textdatei mit dem Dateinamen ‘robots.txt’ und befolgen die dort notierten Anweisungen.

Robots.txt richtig konfigurieren (zum Ausschluss der Internet Suchmaschine auf Ihrem Server)

Der Robot mit dem Namen “ia_archiver” wird durch die folgende Anweisung für alle Verzeichnisse ausgeschlossen:

User-agent: ia_archiver
Disallow: /

Für den Ausschluss einzelner Verzeichnisse nutzen Sie:

User-agent: ia_archiver
Disallow: /name-des-verzeichnisses-welches-ausgeschlossen-werden-soll

Es können unendlich viele Verzeichnisse, oder auch einzelne Dateien ausgeschlossen werden, beispielsweise ein Bild:

User-agent: ia_archiver
Disallow: /images/zu-entfernende-bilddatei.jpg

Diese zweizeilige Anweisung als Textdatei (ohne Formatierungen) speichern Sie

1. als ‘robots.txt’ lokal als Datei ab (vorzüglich ein simpler Texteditor) und laden diese
2. mit ihrem FTP-Programm in das Stammverzeichnis hoch

Fertig.

Weitere Informationen und Hinweise zur Aufrechterhaltung einer “sauberen” digitalen Identität, die eine eventuell Rufschädigung im Internet vermeiden hilft, finden Sie in meinen anderen Blogkategorien zum Thema:

->>  digital identity management und

->>  Suchmaschinenoptimierung

2X Real Time Reputation Monitoring

Tools & how to: “rep (reputation) monitoring”

Dass sich im Internet Gerüchte, Informationen oder Inhalte sehr schnell verbreiten lassen, ist hinlänglich bekannt. Auch in Österreich ist das Thema “digital reputation” bzw. digitale Identität bereits relativ breit diskutiert.  (S)eine digital identity ist relevant, sobald Einträge bzw. Suchergebnisse im Web zu einem Begriff, einer Marke oder eines Namens auftauchen. Mit jedem einzelnen Eintrag bzw. membership bei einer community, einer social media Plattform (Facebook & co), einer Produkrezension entsteht, bzw. verbreitet sich durch “Sharing” (weiterleitung bzw. multi-publishing) von Inhalten ein gewisser Ruf, eine Stimmung. Sei es positiv oder negativ, relevant ist es allemal.

Einfaches Monitoring in real time!

Neben zahlreichen professionellen Tools (s. unten) gibt es mittlerweile einige “real time Suchmaschinen”. Zwei interessante möchte ich hier vorstellen, weil sie gerade den Markt erobern bzw. unübersehbar sind.  Veröffentlicht jemand über Twitter oder Facebook einen repuations-relevanten Inhalt, so ist er in Sekundenbruchteilen auch über diese Suchmaschinen auffindbar.

1. The Ellerdale Project

Ellderdale nutz semantische Technologie um die Suchergebnisse zu verbessern. Statt keywords werden also ganze Themenkomplexe abgebildet.

Beispiel: Die Top 10 Filme derzeit im Kino:http://www.ellerdale.com/trends/films

Klickt man auf “Avatar”, erhält man die real time Kommunikation zum Film in den Communities…
Diese lässt sich übrigens auch in eine Website einbinden…

2. Google Real Time Search (&tbs=rltm:1)

Google hat macht es mit “latest results” nach bzw. hat eine wahrscheinlich schon längst durchdachte Lösung dazu parat, indem man auf Suchergebnisseiten die Funktionalitäten “Show options” nutzt:

noch einfacher: man bemüht einfach den Zusatz:”&tbs=rltm:1” hinter der URL einer Ergebnisseite:
http://www.google.at/webhp?hl=en#hl=en&source=hp&q=fp%C3%B6&btnG=Google+Search&aq=f&oq=fp%C3%B6&fp=fc1aa48bbdb2a16c&tbs=rltm:1

Professionelle Tools für Reputation Monitorings:

Radian6 http://www.radian6.com/cms/home
Attentio http://www.attentio.com/
Onalytica http://onalytica.com/
Wavematrix http://www.wavemetrix.com/

Österreichische Dienstleister:

MelvilMediaMood http://www.melvilmediamood.at
Silberball: http://www.silberball.at

Die meisten dieser Tools werden als “buzz tracking tools” verkauft, die Social Media sites und Blogs abfahren. Melvilmediamood bietet semantisches Monitoring und auch eine qualitative Auswertung von Content, also ob Content positiv, negativ oder neutral zu einem Begriff zu verstehen ist. Ein interessantes Projekt zum Thema Webmonitoring findet man auch auf:
http://www.thenewpr.com/wiki/pmwiki.php?pagename=PRMeasurement.HomePage

WEBSITES: Ausgezeichnet, Mashup, gute Idee oder einfach schön…

Persönlichen Website-Awards in unterschiedlichen Kategorien!

Websites (von vielen noch immer gerne Homepages genannt) die mir in den letzten Monate und Jahren aufgefallen sind – zu selten wird etwas mit Lob bedacht und in diesem Fall gibt es sogar noch die eine oder andere gute Anregung (weiterlesen…)

Face Search – Gesichtserkennung mit Tücken

Digital reputation management – Lesson 1: Beobachte dich selbst!

Bereits 2007 hat Google in seine Bildersuche heimlich eine Art “Gesichtserkennung” eingebaut. Auch andere Services bieten mittlerweile Suchabfragen nach Gesichtern an. Wie das funktioniert, anhand zweier Beispiele, die sich durchaus für die Beobachtung der eigenen digitalen Identität im Netz eignen.

Google Bildersuche mit Tücken

Eine Suche nach meinem Nachnamen in der Google Bildersuche ergibt zwar jede Menge Fotos von Personen, die so heissen, wie ich (http://images.google.com/images?q=Ressl), aber natürlich sind auch Bilder dabei, die keine Personen zeigen, etwa das Privatzimmer einer Familie Ressl http://www.webseiten.kraft-consulting.net/mauthausen/images/ressl.jpg

Will man nur Bilder von Personen mit dem eigenen Namen suchen, bietet sich an, den Suchparameter “&imgtype=face” anzuhängen, also http://images.google.com/images?q=Ressl&imgtype=face. Das Ergebnis ist erstaunlich und wurde trotzdem noch nicht offiziell integriert….

FaceSaerch – Google Bilder mit coolem Interface und Blogintegration…

Ein noch schöneres Interface und eine Möglichkeit, solche Suchabfragen auch ständig zu beobachten, bietet FACESAERCH an. Unter der ungewöhnlichen Domain www.facesaerch.com (mit AE, da die facesearch Domain schon vergeben ist…) wird man ebenfalls schnell zu seinem eigenen Namen fündig, auch auf Basis von Google Bildern…

Schön dabei ist auch die Möglichkeit, aus einer Suchabfrage ein “Widget” zu generieren, welches man auf anderen Webseiten einbauen kann. Das sieht dann so aus und beliefert eine Website mit der jeweils aktuellen Suchabfrage….

Control your visual identity on the Net

Damit steht der permanenten Beobachtung des eigenen Antlitzes nichts mehr im Wege und die Gefahr, dass jemand ein unerwünschtes Bild veröffentlicht, kann so mühelos und einfach verfolgt werden. So fällt Ihnen wahrscheinlich schneller auf, wenn ein Bild von Ihnen und mit Ihrem Namen erscheint, das Sie nicht wirklich veröffentlichen wollten (z.bsp. auf Partyseiten, etc..). Die Kontrolle über Ihre Identität im Netz wird somit einen Schritt einfacher.

Separating the signal from the noise…

Max. 140 Zeichen/Spam -
Twitter for marketing?

Kennen Sie das Twit? Twitta oder so ähnlich. Twitter! Ja – klar. Und was ich davon halte?
Meine gerade aktuelle Antwort: JEIN

Ritchie von http://blog.datenschmutz.net meint, mit Twitter u.a. folgendes erwirken zu können: Beziehungsanbahnung, Spamming, Ego-Schaufenster, Kommunikationstool und Echtzeit-Newsdienst…

Ich finde: JA, es macht schon Spaß, sich auf Facebook die teils persönlichen, um nicht zu sagen intimen Statements zu lesen, die Freunde gezielt, oder aus Fadesse absenden in die weite Welt. Jedoch bin ich von vielen oft peinlich berührt, weil sie mich eigentlich nichts angehen. Manche Freunde sind eben oft mitteilungsbedürftiger, als einem lieb ist.

Wild-Gadget-Phase bis 2010 – auch Twitter gehört dazu…

Grafik aus "Technolution" - Matthias Horx

Grafik aus "Technolution" - Matthias Horx

Ich finde deshalb: NEIN, es würde mir keinen Spaß bereiten, diese Nachrichten sogar zu abonnieren. Also eine willentliche Bejahung, alle Nachrichten, die jemand aussendet, egal welchen Inhalts, stets frisch mitgeteilt zu bekommen. Und genau darum geht es bei Twitter oder so. Freilich, wer ein Fan von Boris Becker ist und stets wissen möchte, wie die Lage in der Wäschekammer ist, der wollte stets up to date bleiben. Alleine – Boris Becker twittert meines Wissens nicht und Trendforscher Matthias Horx leider auch nicht. Dessen Nachrichten würde ich ev. schon gerne frisch serviert bekommen, auch weil ich wissen will, ob er mit seiner Prognose aus 2006 “Wir leben (….mit Web 2.0…)  noch bis 2010 in einer Wild-Gadget-Phase” Recht behält und dann endlich der digitale Lifestyle anfängt.

Bereits vor Monaten hat übrigens der leidenschaftliche PR-Blogger Klaus Eck 18 Thesen gegen Twitter verfasst, obwohl er noch 5 Monate vorher 30 “How to’s” für Twitter geschrieben hat…

http://klauseck.typepad.com/prblogger/2008/10/anti-twitter-th.html

Und die Welt – bzw. andere leidenschaftliche Twitterer entgegnen mit 18 Antworten auf Anti-Twitter Thesen: http://www.bessergehtsimmer.at/2008/10/18-antworten-auf-18-anti-twitter-thesen/

Wenn Sie keinen Tau haben und sich schnell ein Urteil bilden wollen, ist dieser Link vielleicht hilfreich:
http://www.howtousetwitterformarketingandpr.com/

Journalismus und social media …

Ethische Regeln für Journalisten in social media networks?

Klar – jeder Journalist ist an gewisse Standards gebunden, wenn er seine Arbeit ernst nimmt. Qualitätsjournalismus bedeutet unter anderem, journalistische Sorgfalt walten zu lassen. Was in diversen Kodizes bzw. im Presserecht festgeschrieben ist, lässt sich aber oft nicht 1:1 für das Verhalten von Journalisten in sozialen online Networks (gemeinhin als Social Media bezeichnet) ummünzen. Die New York Times etwa rät Mitarbeitern auf Facebook und Co um spezielle Vorsicht, um deren Unabhängigkeit zu gewährleisten. Etwa wird dabei geraten, den Bereich “politische Ansichten” im personal profile nicht zu befüllen.

Auch das renommierte Poynter Institute hat in Zusammenarbeit mit Journalisten eine Art Guide für das Verhalten von Journalisten in social networks erarbeitet. Übersetzt hat den englischen Artikel Kirstin Marquardt für die Akademie für Publizistik Hamburg.

thanks to Bill Mitchell, Geoffrey Holman/iStockphoto

thanks to Bill Mitchell, Geoffrey Holman/iStockphoto

Zitat: Journalisten nutzen soziale Netzwerke unter professionellen Gesichtspunkten, oder zum reinen Privatvergnügen. Dritte vermischen beide Ebenen. Es wird zunehmend schwierig, persönliche Seiten in sozialen Netzwerken vollkommen umfassend privat und geschlossen zu halten. Deshalb werden auch Journalisten erkennen müssen, dass alles, was sie unter ihrem Namen in Facebook oder auf MySpace veröffentlichen, das Potential hat, ihren Ruf und in der Folge auch die Glaubwürdigkeit ihrer Redaktion zu beeinflussen (Anmerkung Werenfried Ressl: so wie bei anderen Mitarbeitern eines Unternehmens auch…)

Links zu den Original Artikeln:

Auf Deutsch
>> http://www.akademie-fuer-publizistik.de/magazin/blog/detailseite/article/empfehlungen-fuer-journalisten-in-sozialen-netzwerken/

In English:
>> http://www.poynter.org/column.asp?id=67&aid=156905

Ehrenbürger, Kinderschänder? – Rufmord auf steirisch

Steirischer Bürgermeister seit Monaten von Jugendlichen diffamiert…

Ein besonders krasser Fall von Rufmord im Internet ereignet sich seit einiger Zeit in der Steiermark. Die Jugendgruppe “Wild Panthers”, bestehend aus Mitglieder einer ehemaligen politischen Jugendvereinigung, rückt den Pernegger Bürgermeister Andreas Graßberger seit Monaten ins schlechte Licht. Kinderschänder, Rassist, Veruntreuung lauten die Verleumdungen, freilich bisher ohne anerkannte Beweise.

Auf Unterlassung und Widerruf verklagt – doch Rufmord geht weiter

Obwohl sich Bürgermeister Graßberger bereits erfolgreich vor Gericht bemüht hat (der Betreiber der Website der Wild Panthers, der 18 jährige D. Doppelhofer, Spitzname: “Klana Doppi” wurde zu Unterlassung, Widerruf und zur Zahlung der Verfahrenskosten von 5324 Euro und 28 Cent verurteilt), geht die Hetzjagd munter weiter. Erneut ist zu lesen:

“Bürgermeister Grassberger …..(Anm: und andere Vertreter der Gemeinde) ….enttarnen ihre wahre Identität, diese nicht das Sozialdemokratische trägt , sondern eher eine Form von nationalsozialistischem Glauben besitzt.”

An anderen Stellen der Seite sind zudem Fotomontagen zu sehen, in denen der Bürgermeistern in Nazi-Uniform auftritt.
Der Funktionär der Wild Panthers gibt preis, was er nicht mag: unehrliche Menschen, Lügner, Kameradenschweine…..

Über die Motivation des Vereinsfunktionärs (Zitat Website Wild Panthers):
“Als ex. Obmann der Jungen Volkspartei Pernegg alias “JVP-Pernegg” sehe Ich mich weiterhin als kein Zustimmer der Politik des Andreas Grassberger , jedoch ist Vereinsangehörigkeit und Politische Fraktion ein großer Unterschied, sowie das Privatleben, deshalb sind die sehr hinterhältigen und feigen Atacken auf Vereine , bei diesen Ich Mitgliedschaft besitze ( zB. Feuerwehr, Panthers ..) und mein Leben von dieser Person einfach lächerlich und inkorrekt. Jeder , dieser unsere Zustimmung erhält ist in den Reihen der Panthers herzlichst willkommen . Panther Heil Kameraden !

In einer Solidaritätskundgebung mit Fackelzug äußerten sich bereits Politiker aller Fraktionen und auch Bürger gegen die Verleumdung. Der mittlerweile verzweifelte Bürgermeister wandte sich erneut an die Medien, um den Fall aufzuzeigen.

Am 13. Februar 2009 brachte der ORF in der ZIB2 einen Beitrag zum Thema Cybermord und digital reputation management

zib2-13-2-2009-rufmord-im-web from Werenfried Ressl on Vimeo.

Schutz vor online-Rufmord?

Wie man sich gegen Rufmord im Internet schützen kann, hängt von der jeweiligen Situation ab.

Grundsätzlich gilt:

  • Schnell handeln
  • Beweise sichern
  • ev. Anwalt informieren
  • Plattformbetreiber, die schädigende Inhalte veröffentlichen um Entfernung dieser auffordern

Prävention: Digital Reputation Management

Präventiv muss man raten, sich einen guten Ruf im Internet vorsorglich aufzubauen. Etwa indem man sein soziales Netzwerk dazu nützt, derartig böswillige Anschläge von vorn herein verpuffen zu lassen. Auch im Hinblick auf die Präsenz in Suchmaschinen ist natürlich ein gefestigter Ruf über eine Person, manifestiert durch zahlreiche positive Einträge und Empfehlungen einer Person der beste Schutz vor dem Angriff auf seine digitale Reputation im Internet.

Reputation Spam via E-Mail

Ich bin kein Hotel – und mein Image ist soweit ok!

Ein E-Mail in meiner Inbox im Dezember 2008 habe ich beinahe anstandslos gelöscht (SpamMark), doch dann habe ich es mir doch für einen Blogbeitrag aufgehoben. Der Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei der Suche nach Ihrem Restaurant/Hotel (www.test.at) haben wir eine negative Bewertung gefunden. Negative Bewertungen bei Google kosten Sie viel Umsatz. Potenzielle Restaurant/Hotelgäste googeln nach Ihrem Restaurant/Hotel bevor sie buchen. Wenn Sie dann negative Bewertungen oder Testberichte finden, werden Sie von einer Buchung zurückschrecken. Das kostet Sie Umsatz!

Wir helfen Ihnen und beraten Sie kostenlos und unverbindlich.
Bitte klicken Sie bei Interesse hier…. (Link entfernt)

Ihr Restaurant/Hotel PR für Suchmaschinen Team

Wahrscheinlich haben Sie ein ähnliches Mail auch schon oft in IHrer Mailbox. Hier spielt also jemand mit dem Gedanken, dass vergegaukelte negative Bewertungen für Produkte oder Dienstleistungen im Web ihre Wirkung entfalten. Denn die Reputation und das Image ist ja angeblich beschädigt, ein entsprechender Empfänger könnte darauf mit Bestürzung reagieren und den bereitgestellten LINK anklicken würde.  Spam der billigen Sorte, aus der psychologischen Trickkiste eines Spamredakteurs.

Tatsächlich finden natürlich auch für Hotels negative/positive Bewertungen auf zahlreichen Plattformen statt. Siehe etwa http://tinyurl.com/8rlqzk

Die Frage, wie und ob User Produkte und Dienstleistungen bewerten, spielt generell natürlich eine große Rolle. Ein entsprechendes Monitoring im Web macht, wie auch der Absender des E-Mails behauptet, durchaus Sinn.

Relevante Themen dazu:

  • Markenbeobachtung:
    Wo und wie häufig wird eine Marke im Internet von den Nutzern genannt und in welchem Zusammenhang passiert dies?
  • Konkurrenzbeobachtung:
    Wie sind Mitbewerber im Internet Ihnen gegenüber positioniert?
  • Issues & Risk Monitoring:
    Rechtzeitig unerwünschte öffentliche Äußerungen, oder Ankündigungen aufspüren, die etwa zu Boykott- und Demonstration gegen eine Marke/ein/Ihr Unternehmen aufrufen.

Einfache Tools: